Jessy vom Buchenstock - Ein Leben wie im Fluge

11.10. 2002 bis 20.11. 2009 †

Leider haben wir unsere aktive Super-Appenzellerin Jessy vom Buchenstock bei der Behandlung einer plötzlich aufgetretenen schlimmen akuten Bauchspeicheldrüsen-Entzündung verloren.

Sie war sehr tapfer und hat nur ganz kurz gelitten. Wir trauern sehr und haben sie heute bei uns begraben. Sie lebte und starb selbständig – und wir lernen nun, bewusster zu leben. Wir werden sie nie vergessen.

Am 24.12. 2002 übernahmen wir Jessy von Familie Müller aus Boltigen (Schweiz) und hatten damit eine charakterstarke Hündin, die uns forderte. Jessy war weder misstrauisch gegenüber Fremden und schon gar kein Wachhund. Sie liebte alle Menschen und schmeichelte sich überall ein. Besonders Agility und Treibball-Training in der Hundeschule lagen ihr besonders. Alle unsere Urlaube an der See und in den Bergen begleitete sie begeistert, besonders am und im Wasser fühlte sie sich wohl. Einige VDH-Ausstellungen absolvierte sie mit Bravour, die Ankörung in Hamburg 2004 verlief erstklassig. Neugierig und freundlich begrüßte sie alle Personen und man wunderte sich, dass sie so zutraulich und selbstbewußt war.

Jessy hatte seit zweieinhalb Jahren den jetzt dreieinhalb Jahre alten Appenzeller Berry (aus dem Tierheim) zur Seite, was ihr sehr gut tat. Sie waren ein Dream-Team und verstanden sich prächtig. Unsere Zuchtpläne verwarfen wir, da sich nun mit zwei Hunden die Prioritäten verändert hatten. Berry lernte sehr viel von Jessy und Jessy blieb aktiv durch den jungen Rüden. Im letzten Septemberurlaub auf Amrum lief sie wieder mal an der Wasserkante so oft auf und ab, dass wir uns schon wunderten, aber sie war topfit. Besonders in den letzten Wochen bemerkten wir eine erhöhte Aktivität bei Jessy, sie raufte mit Berry und gab im Gelände Vollgas. In den letzten Tagen war sie besonders „schmusig“ und ließ sich gerne den Bauch streicheln.

Es ist sehr traurig, dass Jessy in der vollen Blüte Ihres Lebens in den Hundehimmel gerufen wurde. Aber sie wollte keinen langen Leidensweg.

In dankbarer Erinnerung an unsere großartige charmante Schweizerin

Jessy lebte, um allen Menschen ihr Herz zu schenken

Ulrike und Jens hochreuter mit Berry - Bornheim, den 21.11. 2009


EIN LEBEN OHNE HUND IST MÖGLICH, ABER SINNLOS

(Frei nach Loriot)


Berry und Jessy

Jessy vom Buchenstock

11.10.2002 - 20.11.2009 †

LIVING IN THE WIND .... Ein Appenzellerleben - mit Flügeln

Hallo, ich bin Jessy, wer bist du? So lernten wir unsere kleine Schweizer Appenzeller-Hündin Jessy 2002 im Berner Oberland kennen. Es war die berühmte Liebe auf den ersten Blick, als wir sie vor sieben Jahren zum ersten Mal sahen und sie spontan auf Welpenart auf u n s zuwackelte und uns dahinschmelzen liess. Sie hatte „ihre Menschen“ ausgesucht, gefunden - mit ihrem Schweizer Charme. Die Liebe und Freude zu den Menschen hat sie zeitlebens begleitet und war eigentlich ihr Markenzeichen. Misstrauen gegenüber den „Zweibeinern“ – nein, niemals – das kannte sie nicht!

In ihrer Jugend ermöglichten wir ihr die Sozialisierung in vielen Hundespielgruppen, später im Training in klassischen Hundeschulen. Doch recht früh schon zeigte sich, dass sich unsere Hündin lieber selber beschäftigen wollte, als die Disziplin und Exaktheit, z.B. in der Ausbildung zur Begleithundeprüfung, zu erlernen. Einmal geübt und gekonnt waren für sie genug, die stetigen Wiederholungen lehnte sie kategorisch ab und auch der kleine Klaps, das ein oder andere Mal angewendet, erzeugte bei ihr nur das Gegenteil. Jessy machte „ihr“ Ding. Gehorsam, Disziplin, na, ja, zugegebenermassen, auch nicht immer unsere Sache. Unsere Hündin passte irgendwie nicht so richtig in diese „vorgeschneiderten“ Erziehungs- und Ausbildungsraster. Ständig an der Leine und immer diese Regeln ! Nichts für unsere Jessy und eigentlich auch nichts für uns. Appenzeller - zum Fliegen (Treiben) geboren, brauchen, fast wie Wildtiere, die weiten Ebenen zum Auslaufen und Toben. Das haben wir unserem Hund zum Glück bis zum Lebensende ermöglichen können. Erziehung und Leinenführigkeit waren uns erst einmal schnuppe, frei nach dem Motto: Carpe diem – „Pflücke den Tag“. Das f r e i e Laufen und Spielen mit dem Hund in der Natur - das war es, was wir für uns und für unseren Hund wünschten: Das Elixier des Lebens auskosten und den Lebenswind einatmen! So haben wir unserer Hündin von Beginn an die Chance gegeben, sich selbständig zu entwickeln und sich prägen zu können - ganz natürlich - im Geiste der Schöpfung, vor allem artgerecht. Diese, unsere Erziehungs-Methode, war wohl gar nicht so falsch, denn das Ergebnis war sehr glücklich mitanzusehen. Jessy liess sich abrufen, okay manchmal brauchte es etwas länger, aber ein Mauseloch war im Augenblick interessanter als unsere Stimme mit dem „hierher“...Hundeleben total - im Jetzt - im Augenblick... Um so schöner war dann die Genugtuung und Bestätigung für uns bei unseren Ferienaufenthalten sowohl im Schweizer Nobelhotel, wo wir herzlichst mit ihr empfangen wurden sowie in schönen Ferienhäusern auf unseren geliebten Urlaubsinseln Amrum und Sylt an der deutschen Nordseeküste. Sie benahm sich stets tadellos, sie freute sich ja immer mit - und bei Menschen zu sein... ich nannte sie auch „Menschenfischerin“. Mit Artgenossen sowohl Hündinnen als auch Rüden kam sie aus, wenn auch nicht gerade euphorisch...Menschen waren ihr einfach lieber!!!

Wir sind stolz, dass sie im Alter von zwei Jahren mit der Note: „vorzüglich“ angekört wurde und diverse, auch internationale Hundeausstellungen, mit eben dieser Note absolvierte. Aber es waren Dinge, die wir Menschen wollten, unsere Jessy aber irgendwie an „solchen“ Ereignissen keine richtige Freude dabei empfand, was sie besonders bei ihren letzten Ausstellungen immer wieder mit vehementen Bellen zu Verstehen gab und sich somit von selbst aus den Rennen geworfen hat.

Ihr Leben hiess: Treibball-Spielen, Fährtensuche, Mantrail, Schwimmen, das Doggen am Fahrrad. All dies stets mit grosser Euphorie. Die kleineren Beschäftigungs-Varianten so nebenbei: Leckerlis wurden von ihr aus kleinen Verpackungsschachteln ausgepackt, versteckte Gegenstände in Wohnung, Garten und Feld gesucht. Ja, unsere Hündin war beschäftigt, bzw. sie beschäftigte sich selbst: Im Hinterherjagen der tanzenden Blätter im Wind, den Endlosrennen in der tobenden Gischt der Nordsee, dem emsigen Buddeln von gigantischen Erdlöchern, den Luftsprüngen auf frisch abgemähten Wiesen (wir warfen kleine Grasbällchen in die Luft, die sie auffing) und, und, und. LIVING IN THE WIND...
Als Appenzellerbesitzer muss man einfach akzeptieren, das diese Rasse zum Treiben von Kühen gezüchtet wird und bei artgerechtem Leben Beschäftigung braucht, ansonsten wirklich unglücklich, nervig und permanent fordernd wird. Das haben wir selten, aber immer bei Unterforderung festgestellt.
Um so beglückender für uns Halter - Jessy in unserem Haus: Ausgeglichen, ruhig und zufrieden in ihrem Korb. Oft lag sie auch in ihrer eleganten Lady-Pose mit übergeschlagenen Vorderbeinen. Jessy draussen: Frei und ungestüm... dafür haben wir sie geliebt und gemocht.

Am Ende ihres Appenzellerlebens können wir sagen: Wir hatten jeden Tag eine glückliche und zufriedene Hündin, charakterlich gefestigt, in sich ruhend, eine echte Schweizerin, die jeden mit ihrem Charme begeistern konnte. Sie war natürlich die Rudelführerin in unserem Haushalt mit unserem Appenzeller-Zweithund-Rüden Berry.
Wir haben vielleicht erzieherisch nicht immer alles richtig gemacht, war doch jeder Tag mit Jessy eine echte Herausforderung für uns, aber sie machte uns abertausendfach sehr glücklich, sie freute sich an jedem Tag ihres Lebens – diese Freude war ansteckend und gab uns immer wieder Kraft und Energie aus dem täglichen Allerlei auszubrechen.

An einem Sonntagmittag im November nach einer wunderschönen Fahrradtour mit ihr schlug die heimtückische Krankheit zu (akute Bauchspeicheldrüsen-Entzündung), wobei sie trotz aller erdenklicher, schneller Massnahmen und ihrem immensen Lebenswillen keine Chance hatte. Sie kämpfte nur ganz kurze Zeit und verabschiedete sich ganz nach ihrer Art – selbständig – nach nur sieben kurzen Jahren – gelebt nach ihrem und unserem Motto: LIVING IN THE WIND...

Adieu, ihr lieben Menschen, ich war Jessy vom Buchenstock.
Ich habe euch zeitlebens mein ganzes, grosses Hundeherz verschenkt. ....

Wir danken unserem Schöpfer, dass wir mit dieser Ausnahmehündin zusammenleben durften und verbringen nun unsere Zeit in der schönen Erinnerung und den wundervollen Gedanken an diese wertvolle, wunderschöne Hündin!

Jessys Vermächtnis an alle Menschen:

Lebt und geniesst euer Leben - seid freundlich und gut zueinander -

Wir danken sehr herzlich unseren lieben Schweizer Hundezüchtern, unseren Freunden, Elisabeth und Hansruedi Müller () aus Boltigen im schönen Berner Oberland. Liebe Elisabeth, liebe Harfe (Jessys Mutter), wir sind immer für Euch da.

Ulrike und Jens Hochreuter, Bornheim

Bilder von Jessy
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Bilder von Jessy und Berry
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Bilder von Berry
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ALLES NUR GELIEHEN

„Ich werde Dir für eine Weile diesen Hund leihen!", sagte Gott. Damit Du ihn liebst, während er lebt und damit Du um ihn trauerst, wenn er gegangen ist.Vielleicht für zwölf oder vierzehn Jahre, oder vielleicht auch nur für zwei oder drei. Aber wirst Du, bis ich ihn zurückrufe, für ihn sorgen? Er wird Dich mit all seinem Charme erfreuen und sollte auch sein Aufenthalt kurz sein, wirst Du Dich immer an ihn erinnern, auch in Deinem größten Kummer. Ich kann Dir nicht versprechen, dass er bleiben wird, weil alle von der Erde wieder zurückkehren. Aber es gibt Dinge, die hier gelernt werden, die dieser Hund lernen soll. Ich habe um die ganze Welt geschaut, um einen geeigneten Lehrer zu finden. Und von allem Volk das sich auf der Erde tummelt, habe ich Dich gewählt. Nun, wirst Du ihm all Deine Liebe geben, nicht das Unvermeidliche scheuen, noch mich hassen, wenn ich komme um ihn zurückzuholen? Ich liebe es wenn sie sagen: "Mein Gott, Dein Wille geschehe!" Trotz all der Freude, die dieser Hund Dir bringen wird, gehst Du das Risiko von großem Schmerz ein. Wirst Du ihn mit Zärtlichkeit aufnehmen, wirst Du ihn lieben, während Du darfst, und für das Glück, dass Du kennen lernen wirst, für immer dankbar sein? Aber sollte ich ihn viel früher zurückrufen als Du rechnest, bitte trage tapfer den bitteren Schmerz der kommt, und versuche zu verstehen. Erinnere Dich daran, als Du ihn mit Deiner Liebe umhegen konntest, halte jeden Moment Eures vertrauten Bandes fest und sei sicher:
„Er liebte Dich auch”

Gefunden auf der HP von-den-Borkenbergen von Elke Loer, Verfasser unbekannt.


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Messzeitpunkt: 10.03.2010 16:50